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Wer sind wir als Individuen und als Gesellschaft? Was macht unsere Identitäten aus? Immer wieder versuchen wir, als Einzelpersonen Zugehörigkeiten zu Gruppen herzustellen, die unter anderem über Kultur, Sprache und soziale Klasse, Nationalität und Herkunft, Hautfarbe oder Gender konstruiert werden. Damit wirken ganz unterschiedliche Aspekte auf die Entwicklung individueller Identitäten ein. Das Verführerische an Identitäten ist, dass sie zwar Zugehörigkeit in Form eines Wirgefühls schaffen, gleichzeitig aber wird diese Zugehörigkeit durch Ab- oder Ausgrenzung hergestellt. Diese Mechanismen haben in den letzten Jahren den öffentlichen Diskurs geprägt, zum Beispiel durch Genderdebatten, aber auch durch die Zunahme von rassistisch motivierter Gewalt und populistischer Machtpolitik, die Ängste durch Polarisierung und Ausgrenzung schüren.

Mit der Ausstellung Sweet Lies. Fiktionen der Zugehörigkeit werden im Ludwig Forum für Internationale Kunst zeitgenössische Positionen präsentiert, die unterschiedliche identitätsstiftende Aspekte thematisieren. Die gezeigten Kunstwerke machen sichtbar, dass Identitäten niemals statisch sind, sondern vielmehr ineinandergreifen, sich überlagern und teilweise sogar widersprechen. Die Darstellungen von Identitäten sollen verdeutlichen, dass sich verschiedene gesellschaftliche und persönliche Aspekte im Individuum vereinen. Der Untertitel der Ausstellung weist auf den temporären und fluiden Charakter von Identitäten hin und bezieht sich zudem auf die gleichnamige Publikation des Philosophen Kwame Anthony Appiah von 2019. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich in den sechs Kapiteln Gender, Kultur, Tod, Sprache, Herkunft und Persönlichkeit den Fiktionen und Konstruktionen von Identitäten zu nähern: Die von uns eingeladenen Künstler*innen greifen diese Themen auf und treten in Dialog mit Highlights aus der Sammlung Ludwig.

Zu sehen sind Gemälde, Grafiken, Installationen, Objekte, Plastiken sowie Videos von Positionen eingeladener Künstler*innen und Werken der Sammlung Ludwig.

Eingeladene Künstler*innen: Vivian Greven, Melike Kara, Kinke Kooi, Markues, Jannis Marwitz, Phung-Tien Phan, Megan Rooney, Morgaine Schäfer, Siggi Sekira, Slavs and Tatars, Theresa Weber, Raphael Weilguni und Viola Relle

Künstler*innen der Sammlung Ludwig: Jo Baer, Jean-Michel Basquiat, Klaus vom Bruch, María Magdalena Campos-Pons, Chuck Close, Erró, Fang Lijun, Gilbert & George, Johannes Grützke, Renato Guttuso, Jean-Olivier Hucleux, Joan Jonas, Thomas Lanigan-Schmidt, Liang Dong, Roy Lichtenstein, Robert Morris, Robert Rauschenberg, Ulrike Rosenbach, Twins Seven Seven, Sergej E. Volkov, Vadim Zakharov

Kuratiert von Patrick C. Haas und Angela Theisen

Mit großzügiger Unterstützung der Peter und Irene Ludwig Stiftung, Aachen

Außerdem in diesem Museum
Kunst

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  • Ludwig Forum
  • 28.07.2021
  • 10:00 bis 17:00

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In der Begegnung mit dem Tier befragen wir uns selbst: Was macht den Mensch zum Menschen, was unterscheidet uns von unseren Mitgeschöpfen? Die Beziehung zum Tier ist ambivalent, das Verhältnis wird bestimmt durch Widersprüche.

Künstler*innen nähern sich auf sehr unterschiedliche Art und Weise dem Thema Tier und wir.

Tiere verkörpern die wilde Natur, können aber auch gezähmt und verhätschelt werden. Es gibt Nutztiere und Kuscheltiere, sie werden geliebt und gegessen. In vielen Kunstwerken fungieren Tiere als politische, religiöse oder mythische Symbole. Sie sind Stellvertreter*innen für menschliches Verhalten. In der Kunst und Literatur treten sie als eigenständige Protagonist*innen auf. Wir halten uns exotische und teure Tiere als Statussymbole. Viele Menschen sehen ihre Haustiere als Seelenverwandte.

Tiere sind Teil unseres Alltags und Projektionsfläche zugleich. Und dann gibt es da noch die Monster, Fabelwesen und Hybride: Sie sind Ausdruck unserer Ängste und verborgenen Seiten.

Die Ausstellung Lovely Creatures beleuchtet die unterschiedlichen Aspekte des Verhältnisses zwischen Mensch und Tier in der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts anhand von rund 60 Kunstwerken aller Gattungen. Die Arbeiten der Sammlung Ludwig werden kontrastiert, kommentiert und bereichert in der Gegenüberstellung mit Werken zeitgenössischer junger Künstler*innen.

Künstler*innen: Ai Weiwei, Belkis Ayón Manso, Georg Baselitz, Joseph Beuys, Dmitrij Spiridonovic Bisti, Hans Chwalek, Jean Cocteau, Alexander Colville, Walter Dahn, Philip Emde, Terry Fox, Nancy Graves, Ellen Gronemeyer, Antanas Gudaitis, Anna Jermolaewa, Bertram Jesdinsky, Roy Lichtenstein, Elena Georgievna Los, Kim MacConnel, Michel Majerus, Ewald Mataré, Joost Meyer, Sergej Mironenko, Josef Felix Müller, Peter Nagel, Oswald Oberhuber, Mary-Audrey Ramirez, Mel Ramos, Robert Rauschenberg, Rissa, Anri Sala, Kenny Scharf, Volkmar Schulz-Rumpold, Alan Sonfist, Sophia Süßmilch, Gita Teearu, José Toirac, Demjan Michailovič Utenkov, Andy Warhol u. a.

Kuratiert von Myriam Kroll und Stefanie Wagner

Außerdem in diesem Museum
Kunst

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  • Ludwig Forum
  • 28.07.2021
  • 10:00 bis 17:00

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Schon bei ihren ersten Streifzügen durch New Yorker Galerien und Ateliers Anfang der 1960er-Jahre verstanden Peter und Irene Ludwig Kunst als einen Spiegel der Zeitgeschichte. In diesem Sinne setzt eine neue Sammlungspräsentation den Umgang und die Repräsentation des Körpers in der US-amerikanischen Kunst der 1960er- bis 1980er-Jahren in einen gesellschaftspolitischen Zusammenhang. In den politisch extrem differierenden Zeiten, vor allem geprägt von den Präsidenten Kennedy, Nixon und Reagan, herrschten auch unterschiedliche Körperbilder und Gesellschaftsbilder, die in der zeitgenössischen Kunst reflektiert wurden.

Es sind nicht nur der Staat und seine Institutionen, die das Körperliche reglementieren, überwachen und strafen, sondern auch ökonomische Interessen der Industrie und der Werbebranche, die bestimmte Körperbilder erschaffen und vermarkten. Kontexte, in denen sich die gezeigten Werke bewegen, sind unter anderem der American Dream und die Werbeindustrie, stereotype Geschlechterrollen und die Frauenbewegung, die Diskriminierung von Schwarzen und Polizeigewalt. Neben zahlreichen Highlights wie der Supermarket Lady von Duane Hanson oder Grazing – Soup to Nuts, MGM, 1930 von Jean-Michel Basquiat, werden in der Ausstellung auch selten präsentierte Fotografien von Andy Warhol und Gary Winogrand sowie Videoarbeiten von Joan Jonas und Bruce Nauman gezeigt.

Kuratiert von Holger Otten

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Kunst

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  • Ludwig Forum
  • 28.07.2021
  • 10:00 bis 17:00

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Die Sammlungspräsentation zeigt ein sehr weitläufiges Spektrum von Natur, das als Sujet der Kunst immer wieder aufs Neue hinterfragt wird. Vor dem Hintergrund der Performance Art und Concept Art der 1960er Jahre, entstand mit Künstlern wie Robert Smithson, Hamish Fulton, Richard Long und Michael Heizer ein völlig neuer Gegenstandsbezug zwischen künstlerischem Werk und der Natur, die nun nicht mehr abgebildet wird, wie beispielsweise in der Landschaftsmalerei oder der Fotografie, sondern als gestaltete Natur das Kunstwerk konstituiert. In zahlreichen dokumentarischen Arbeiten, die an der Schnittstelle zwischen Land Art, Performance Art und Concept Art zu verorten sind, wird Natur als ein zu erschließender Sehnsuchtsort thematisiert. Hierbei werden Motive aus der Romantik aufgegriffen, wie beim Aachener Künstlerduo Barbara und Michael Leisgen oder dem britischen Künstler Hamish Fulton, die vornehmlich die abgeschiedene Landschaft als Seelenlandschaft thematisieren. Als Gegenpol zur figurativen Kunst, die schwerpunktmäßig in der Ausstellung behandelt wird, beschäftigen sich abstrakte Arbeiten von Gerhard Richter, Lee Lozano, Klaus Rinke, Robert Morris und Ron Cooper mit natürlichen Phänomenen, die spielerisch und konkret mit wissenschaftlicher mathematischer Präzision Natur verhandeln, oder entfernte kosmische Welten, die in den Werken von Nancy Graves thematisiert werden.

Außerdem in diesem Museum
27.08.2020 - 10.01.2021
Kunst

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  • Ludwig Forum
  • 10.07.2020
  • 10:00 bis 17:00

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Die Sammlung von Peter und Irene Ludwig ist eine der größten und bedeutendsten Kunstsammlungen der Welt. Das Ludwig Forum Aachen beherbergt über 3.000 Werke dieser Sammlung, darunter viele Arbeiten, die in keiner Kunstgeschichte fehlen und somit zum Weltgedächtnis der Kunst des 20. Jahrhunderts gehören. Duane Hansons hyperrealistische Skulptur „Supermarket Lady“, Schlüsselwerke der Pop Art-Ikonen Andy Warhol und Roy Lichtenstein sowie der zentralen Wegbereiter Robert Rauschenberg und Jasper Johns bilden das Herzstück der Sammlung. Mit ihrer ersten Reise nach New York 1967 war das Interesse des Sammlerpaares an US-amerikanischer Kunst nicht mehr zu stoppen. Als Ausdruck eines Lebensgefühls ihrer Zeit waren die Ludwigs auf der Suche nach einem weltumspannenden Kunstbegriff, einer ganz eigenen Welt gegenüber der vorherrschenden Politik und Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der gegenständlichen Malerei und Skulptur, welches die Ausstellung mit rund 30 Hauptwerken aus Pop Art und Hyperrealismus widerspiegelt.

Außerdem in diesem Museum
27.08.2020 - 10.01.2021
Kunst

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  • Ludwig Forum
  • 10.07.2020
  • 10:00 bis 17:00

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Blumensprengung, das titelgebende Werk von Annette Wehrmann, steht assoziativ für die Aufbruchsstimmung der frühen 1970er-Jahre. Eine erstarkende Frauenbewegung inspirierte auch die Kunstwelt dieser Zeit. Künstlerinnen verkündeten das Ende der Bescheidenheit und reklamierten auf allen Feldern der Kunst denselben Respekt für sich, der Männern seit jeher zuteilwurde. Sie schufen Großskulpturen, inszenierten ihren nackten Körper in Videos und Performances und provozierten mit politisierenden Aktionen im öffentlichen Raum. Gleichzeitig ebneten feministische Kunsttheoretikerinnen den Weg für eine neue Wertschätzung künstlerischer Leistungen von Frauen.

In das Jahr 1970 fällt auch die Gründung der Neuen Galerie – Sammlung Ludwig. Mit dieser Vorgängerinstitution des Ludwig Forum für Internationale Kunst erhielt eine der weltweit bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst – die des Sammlerpaars Peter und Irene Ludwig – in Aachen einen festen Ort. Das Jubiläum des Hauses nehmen wir zum Anlass, unseren Sammlungsbestand einer Neubewertung zu unterziehen und erstmals anhand von rund hundert Werken den Fokus ausschließlich auf die Künstlerinnen zu richten.

Außerdem in diesem Museum
27.08.2020 - 10.01.2021
Kunst

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  • Ludwig Forum
  • 23.08.2020
  • 10:00 bis 17:00

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Schon mit dem Beginn der Videokunst wurden unterschiedliche Objekte gesucht oder gefunden, um sie vor und mittels der Kamera zu beschreiben, zu untersuchen oder mit ihnen zu interagieren. Mal geht es hierbei um das Verhältnis zwischen Subjekt und Objekt, mal um das Verhältnis zwischen Kunst- und Gebrauchsgegenständen. So sagte John Baldessari über Folding Hat, eine Videoarbeit, die er 1970-71 für die inzwischen legendäre Düsseldorfer Videogalerie des Kameramanns und Galeristen Gerry Schum produzierte: „Ich dachte an Flüchtigkeit, Veränderbarkeit, Mode und daran, dass die Unterscheidung zwischen einem Gebrauchsgegenstand und einem Kunstobjekt eine Frage der Intention ist.“ In jedem Fall reizt viele Künstler*innen die technischen Möglichkeiten, Objekte in ihrer Zeiträumlichkeit ermessen, festhalten, aber auch verändern und mit anderen Dingen und Gedanken verknüpfen zu können. So wurde von den Pionier*innen der Videokunst das videografische Readymade geboren.

Außerdem in diesem Museum
27.08.2020 - 10.01.2021
Kunst

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  • Ludwig Forum
  • 22.07.2020
  • 10:00 bis 17:00

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Was macht einen Menschen im digitalen Zeitalter aus? Die Optimierung und Manipulation des Körpers durch technische und medizinische Eingriffe wirft Fragen auf nach der menschlichen Identität, denen Louisa Clement in ihrer künstlerischen Arbeit nachgeht. Ihre Fotografien, Videos, Installationen, Skulpturen und Virtual-Reality-Arbeiten reflektieren unsere Alltagswirklichkeit auf verführerische und gleichzeitig abgründige Weise. Im Zentrum steht meist der Körper selbst – fragmentiert, anonymisiert und verfremdet wird dieser zum Sinnbild des „neuen Menschen“ in einer digitalisierten Lebenswelt. Clements Arbeiten bewegen sich im spannungsreichen Wechselspiel zwischen Virtualität und Realität, Absenz und Präsenz.

Louisa Clement (*1987 in Bonn) schloss 2015 ihr Studium an der Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschülerin bei Andreas Gursky ab und kann bereits auf zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen in renommierten Museen, Galerien und Ausstellungshäusern zurückblicken. Die vom Sprengel Museum Hannover in Kooperation mit dem Ludwig Forum Aachen konzipierte Präsentation ist mit rund 130 Arbeiten ihre erste museale Überblicksausstellung.

Außerdem in diesem Museum

06.09.19 – 10.11.19
Kunst

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  • Ludwig Forum
  • 27.09.2019
  • 10:00 bis 17:00

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