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Seit dem Aufkommen von Andachtsgrafiken im 14. Jahrhundert hat sich eine Vielzahl unterschiedlicher Formen entwickelt, die von Klosterarbeiten, Pergamentminiaturen, Schnittbildern, Spitzen- und Sprickelbildern bis zu Holzschnitten, Kupfer- und Stahlstichen sowie Lithografien reicht. Die Entwicklung der Andachtsgrafik dokumentiert nicht nur Fortschritte in der Druck- und Reproduktionstechnik, sondern auch der Papierverarbeitung.

Spitzenbilder, eine Sonderform der Andachtsbildchen, sind papierene Schmuckstücke und wurden bis ins 18. Jahrhundert mit Federmessern von Hand geschnitten und zu filigranen Papierkunstwerken verarbeitet, bis schließlich Stanzwerkzeuge die industrielle Herstellung einläuteten. Abbildungen von Heiligen – gemalt oder gedruckt – zieren diese kunstvoll gestalteten Papierarbeiten. Andachtsbildchen dienten nicht nur der Vermittlung von Glaubensinhalten im kirchlichen Bereich, sie waren kostbare Andenken, die bei Wallfahrten und Festen des Kirchenjahres, wie Ostern, Kommunion, Priesterweihe oder Heiligsprechungen zu erwerben waren. Missionare und Wanderprediger setzten sie als “Propagandamittel” ein, um kirchliche Botschaften weiterzutragen und neu eingeführte Heilige bekannter zu machen. Das Format der kleinen Bildchen entsprach ihrem Gebrauch als Einlage in Gebetbüchern. Leider begegnen sie uns heute nur noch selten. Der aus Nord-Düren stammende Pastor Ralf Freyaldenhoven überließ dem Leopold-Hoesch-Museum und dem Papiermuseum Düren seine aus fast 500 Andachtsbildchen bestehende Sammlung 2019 als Schenkung. In der Ausstellung “Holy Pictures – Andachtsbildchen als religiöse Volkskunst” wird diese nun erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Natur & Technik

Event details

  • Papiermuseum
  • 30.09.2020
  • 10:00 bis 17:00

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Zum Jubiläum des Museumsneubaus lädt das Papiermuseum Düren zur Geburtstagsfeier und Ausstellungseröffnung ein. Seit nun einem Jahr erstrahlt der weiße Bau wie ein gefaltetes Papier neben dem Leopold-Hoesch-Museum im Stadtraum Dürens. Die Ausstellung „Leidenschaft Papier. Die Sammlung des Papiermachers und Gewerkschafters Peter Viehöver“ gewährt erstmals Einblicke in die umfangreiche Sammlung des für die Stadt Düren unersetzlichen Stifters Peter Viehöver.

Peter Viehövers Sammelleidenschaft schloss alles ein, was zum Themenkreis Papier gehört. Ein besonderes Augenmerk des Gewerkschaftsführers galt den Arbeitsbedingungen und Produktionstechniken in der Papierherstellung sowie der Geschichte der Dürener Papierindustrie. Zu den Sammlungsbeständen zählen Papiermuster, Wasserzeichenpapiere, Faltblätter und Klappkarten. Historische Grafiken, wie Lithografien, Kupfer- und Stahlstiche, Zeichnungen, Holzschnitte von Papiermaschinen und Darstellungen der Handpapiermacherei, belegen seine Affinität zur Kunst auf Papier. Der umfangreichste Teil der Sammlung besteht aus Fachliteratur, die heute zum Arbeitsmaterial des Museums gehört und im neuen Papiermuseum auch der Wissenschaft zugänglich gemacht werden soll. Paradestück der spannenden Sammlung ist das von Viehöver selbst im Stil eines Puppenhauses gefertigte Modell einer Papiermühle, das mit Werkstätten, Wohnräumen und dem charakteristischen Trockenboden eingerichtet ist.

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  • Papiermuseum
  • 16.02.2020
  • 10:00 bis 17:00

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